Freitag, 3. Februar 2017

[Rezension] Phi Phi Island

Autor: Josef Haslinger | Verlag: S. Fischer Verlag | erschienen am 17. März 2007
203 Seiten | Preis: 17,90 € (Hardcover) | ISBN: 978-3-10-030059-1


Handlung
Dies ist der Augenzeugenbericht des Autors, der hier sein Erleben des Tsunamis am 26. Dezember 2004 niedergeschrieben hat. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt mit seiner Familie als Urlauber auf der thailändischen Insel Koh Phi Phi. Ein Jahr später kehrte er mit seiner Frau nochmals auf die Insel zurück, um das Geschehene besser verarbeiten zu können.


 Cover
Das Cover ist schlicht gehalten in Hellblau in wässirgem Farbverlauf und passt meiner Ansicht nach sehr gut zum Buch.


Die Gewalt des Wassers
Dieser Bericht verursacht Gänsehaut! Ich erinnere mich noch, wie damals die Bilder des Tsunamis um die Welt gingen. Das Fernsehen zeigte Amateuraufnahmen von Menschen, die schreiend davonlaufen, als eine Welle auf das Ufer trifft und bricht. Ganz so war es auf Koh Phi Phi nicht. Die Insel ist sehr flach, sodass die Welle hier nicht gebrochen, sondern einfach darüber hinweggeschwappt ist. Das Wasser ist einfach aus dem Nichts gekommen, auf den Strand gelaufen und dann immer weiter gestiegen. Ich erinnere mich ebenfalls, dass damals ein Lehrer in der Schule meinte, auf diesen flachen Inseln wäre zwar alles ein wenig feucht geworden, aber mehr sei nicht passiert. Er sollte dringend dieses Buch lesen.

Die meisten Gebäude auf der Insel wurden einfach vom Wasser weggeschwemmt, es gab unzählige Tote und Verletzte und noch mehr Vermisste. Erst die Todesangst, dann die eigenen Verletzungen und anderen Verletzten um einen herum, der Anblick all der Leichen und später der Verwesungsgestank dazu und all die Verwüstung müssen bei allen, die das überlebt haben, ein Trauma hinterlassen haben. Kein Wunder also, dass der gewöhnliche Alltag für alle zunächst eine Herausforderung darstellte.

Der Autor vermischt jeweils die Berichte während des Unglücks und seinem erneuten Besuch ein Jahr später. Manchmal fand ich das etwas verwirrend, es passt aber gut, weil meistens von einem konkreten Ort, den der Autor während der zweiten Reise wiedererkennt, auf die Erinnerung während des Tsunamis rückgeblendet wird.

Die Wörter in diesem Buch sind durchgehend ausschließlich kleingeschrieben, was mich anfangs irritiert hat. Man erhält jedoch im Verlauf des Buches eine Erklärung dafür und ich fand es eine ausgesprochen passende Entscheidung.


Fazit 
Ich tue mich ja immer schwer damit, persönliche Erlebnisse zu bewerten. Auf jeden Fall hat so ein Bericht eine ganz andere Kraft, als sämtliche Fernsehberichte es je haben könnten und von all diesem Elend, das hier geschildert wird, hat man damals nicht ansatzweise einen Eindruck gewinnen können. Auf jeden Fall eine empfehlendswerte Aufarbeitung des Themas!


 

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