Samstag, 7. Januar 2017

[Rezension] Ein Himmel aus Lavendel


Autorin: Marlena Anders | Verlag: Drachenmond Verlag | erschienen am 12. Oktober 2016
284 Seiten | Preis: 12,90 € (Softcover) | ISBN: 978-3959919159


Handlung
Emery führt im venezianisch anmutenden Avize ein Leben als Taschendiebin, um ihre Familie zu ernähren. Dabei hilft ihr ihre Gabe, sich wie ein Phönix in Flammen auszulösen und außerhalb der Stadt neu zu entstehen. Doch diese Gabe ist zugleich ein Fluch: Mit jeder Wiederauferstehung verwandelt sie sich ein wenig mehr.


Cover
Das Cover finde ich zwar wahnsinnig schön, aber leider gleichzeitig auch etwas nichtssagend. Das Lila ist eine wundervolle Farbe und mit den Schnörkeln sehr schick. Die Frau im langen Kleid ist der Teil, der mich dann leider nicht anspricht, weil es derzeit einfach eine Schwemme von Covern mit Frauen in opulenten Kleidern gibt und deshalb hat man das schon zu oft gesehen, um daran hängen zu bleiben, zumal das Kleid auch noch schwarz ist. Die Maske ist ein schönes Detail, das man aber leider im ersten Moment auch übersehen kann. Ich fände einen deutlicheren Hint auf das venezianische Setting schön, das habe ich hier so nicht herauslesen können. Insgesamt gefällt mir das Cover aber auch wieder nicht so schlecht, wie es sich gerade anhört. Es ist hübsch, aber reißt mich eben nicht vom Hocker.
 

Im Land der Masken
Ein absolutes Lob verdient das Setting in diesem Buch! Avize ist ein venezianisch anmutender Stadtstaat, der zusammen mit einigen weiteren das Land Unarmon bildet. Jeder Teilstaat hat eine spezielle Blume, die ihn repräsentiert - bei Avize ist es Lavendel. Die Bewohner tragen stets Masken, die sie in der Öffentlichkeit niemals abnehmen. Die Stadt ist durchzogen von Kanälen, auf denen Gondeln fahren. Leider geht all das aus dem Klappentext nicht hervor, sonst hätte ich mich viel früher für dieses Buch interessiert. Alles ist so plastisch beschrieben, dass man sich vorstellen kann, man wäre selbst dort.
Emery als Hauptcharakter hat mir auch gut gefallen. Einerseits ist sie sehr stur, schlagfertig und aufbrausend, andererseits hegt sie sehr zärtliche Gefühle und auch Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihrer jüngeren Schwester. Die enge Beziehung zwischen den beiden ist gut dargesetllt und wirklich spürbar. Außerdem kann Emery nicht lesen, was sie noch interessanter gemacht hat.
Salys, der Schurke in dieser Geschichte, ist ein typisches Ekel. Wer mit ihm einen Pakt eingeht, sollte unbedingt das Kleingedruckte lesen. In dieser Hinsicht hat er mich stark an Gaunter O'Dim aus The Witcher 3 erinnert. Bisher wurde leider nicht erklärt, was genau ihn dazu ermächtigt, die Gabe auf Leute zu übertragen. Ich hoffe, das wird im nächsten Teil erklärt.
Der Unbekannte (der später noch einen Namen erhält, aber ich weiß nicht, ob das schon unter Spoiler fällt) war mir wiederum sehr sympathisch, vor allem liebe ich die Dialoge mit Emery, wenn die beiden sich mal wieder einen Schlagabtausch liefern.

Dann gibt es noch die Freunde von Emery, die den gleichen Fluch zu ertragen haben. Davon mochte ich vor allem den ruhigen, melancholisch anmutenden Rhys am liebsten.
Bei allen hatte ich früher oder später Gedanken wie "Warum hat er/sie das nicht gleich gesagt?", aber hier zeigt sich wunderbar die Gesellschaft von Avize. Alle verstecken sich hinter ihren Masken und sprechen eben in der Regel nicht miteinander über persönliche Angelegenheiten. Und genau das führt mitunter zu Problemen.
Mir sind leider ein paar Fragen offen geblieben und mit dem Ende werde ich nicht so warm. Aber ich werde den nächsten Teil auf jeden Fall auch lesen, vielleicht beantwortet sich dann ja der Rest. Avize ist auf jeden Fall noch einen Besuch wert.


Fazit 
Definitiv eines der schönsten und stimmigsten Settings seit langem! Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, abgesehen von Emery aber trotzdem eher "nur" guter Durchschnitt, weil mir die markanten Merkmale fehlen. Die Handlung ist gut ausbalanciert, das Ende hat mich hingegen leider nicht überzeugen können. Dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - bin ich auf die Fortsetzung gespannt.
Vielen lieben Dank an dieser Stelle an Marlena Anders, die mir das Buch im Rahmen der Leserunde auf LovelyBooks zur Verfügung gestellt hat! Ich habe mich sehr gefreut! :) 

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