Freitag, 16. September 2016

[Rezension] Überleben



Autorin: S. A. Bodeen | Verlag: Oetinger Verlag* | erschienen im Februar 2010
  288 Seiten | Preis: 16,95 € (gebundene Ausgabe)** | ISBN: 978-3789147432
*Ich verlinke zu Amazon, da das Buch auf der Verlags-Homepage nicht mehr aufgeführt wird.
**Vergriffen; gebraucht ab derzeit 0,86 €, sowohl Hardcover als auch Taschenbuch


Handlung
Seit ein Atomkrieg die Welt vernichtete, lebt Eli mit seiner Familie in einem Bunker, den sein Vater in weiser Voraussicht erbauen ließ. Doch allmählich werden die Nahrungsmittel knapp und Elis Vater immer seltsamer. Irgendetwas ist nicht in Ordnung - und Eli will herausfinden, was das ist.

Dienstag, 6. September 2016

Montagsfrage: Habt Ihr ein schlechtes Gewissen gegenüber Protagonisten, wenn die bspw. hungern müssen und Ihr nebenher futtert?



Na gut, es ist schon seit vier Stunden Dienstag, aber das hält mich nicht davon ab, trotzdem noch schnell bei der Montagsfrage von Buchfresserchen mitzumachen.

Also: Habe ich ein schlechtes Gewissen beim Lesen in solchen Fällen?

Ja, mitunter schon. Vorallem, wenn es um Hungern geht. Allerdings nur in den Fällen wo wir wirklich von Hungern sprechen und nicht einfach nur von Hunger. Den hat ja jeder mal. Beispiele wären in meinem Fall zum Beispiel "Asphalt Tribe" von Morton Rue oder "Der schmale Pfad durchs Hinterland" von Richard Flanagan. Bei letzterem erweiterte sich das sogar noch auf ein spezielles Nahrungsmittel, und zwar Muscheln.

Einer der Charaktere im Buch hat immer wieder Hungerfantasien, in denen er sich an ein Fischrestaurant erinnert, in das er seine Freundin früher immer ausgeführt hat. Dort hat er unter anderem immer frittierte Muscheln bestellt. Kurz nachdem ich das Buch gelesen hatte, war ich bei meinen Eltern zu Besuch und dort gab es "zur Feier des Tages" unter anderem auch Jakobsmuscheln. Es hat mich wirklich Überwindung gekostet, die zu essen, weil ich mich so schlecht gefühlt habe, so stark hatte ich mich in dieses Buch hineingefühlt.

Meine Mutter meinte dann aber, wir sollten dankbar sein, dass wir genug zu essen haben und das genießen können und dann sollten wir das auch tun. Schließlich könnten wir nicht wissen, ob das immer so sein würde. Und das hat mich dann überzeugt, doch etwas davon zu essen. Da mir dieses Buch aber insgesamt extrem nahe gegangen war und mir auch die Charaktere sehr nah gekommen waren, konnte ich es nicht unterdrücken, die Muscheln trotzdem mehr oder weniger im Gedenken dieses Charakters zu essen, so wie für einen verstorbenen Freund. Das klingt jetzt sicher ziemlich abgedreht, aber dieses Buch hatte mich so mitgenommen, dass ich drei Wochen später noch geweint habe und so leicht kriegt man nicht zum Weinen. Das Buch war einfach heftig, aber eines der besten, die ich bisher gesehen habe. Rezension ist auf jeden Fall geplant, wenn ich dazu komme. :)

Es muss aber nicht immer so laufen. Im Falle von Yeonmi Parks Biografie (hier rezensiert), in der sie auch die große Hungersnot schildert, die sie als Kinder erleben musste, hatte es eher den gegenteiligen Effekt und ich hatte wochenlang einen Heißhunger auf Kimchi. :D